Philipp Richter
DIE KRISTALLKUGEL
Gestaltung des Märchens (Gimm) mit Musik zur Leier (Planetentöne und -Skalen)
Vorwort von Philipp Richter:
Die vorliegende Musik für eine Leier zu dem Märchen »Die Kristallkugel« ist in
der Tradition der Märchenmusiken von Maria Schüppel geschrieben.
Die Musiken sind an die Stellen im Märchen gesetzt, an denen sich Wandlungsprozesse
vollziehen und versuchen, diese Wandlung auch in sich zu zeigen, indem
sie das vergangene Geschehen noch einmal anklingen lassen, das Zukünftige
vorausnehmen und darin eine Mitte bilden. Der Hörer oder Zuschauer des
Märchens hat somit an diesen wesentlichen Punkten die Möglichkeit der Besinnung
und Vertiefung.
Eine Sonderrolle spielen das Vorspiel und die Schlußmusik. Das Vorspiel ist eine
reine Vorausschau und beleuchtet den Konflikt zwischen Zauberin und Söhnen.
Die Schlußmusik schildert als reiner Nachklang die Begegnung mit dem alten
Zauberer, läßt in der Melodiebildung das gesamte Geschehen nachklingen und
bildet zugleich den festlichen Höhepunkt der Hochzeit.
Bei der Komposition habe ich die Planetentöne und -skalen von Annie von Lange
zugrundegelegt. Jeder der sieben Figuren habe ich einen Planeten zugehörig
empfunden und die Töne an entscheidenden Stellen dementsprechend gesetzt.
Da ich die Musiken für eine Darstellung des Märchens mit Stellpuppen geschrieben
habe, sind sie sehr kurz, um den Handlungsstrom nicht zu unterbrechen, zum
Teil auch fast plakativ, um eine Bewegung der Puppen zu begleiten.
Das macht die Musiken auch für eine eurythmische Aufführung geeignet bei
fehlender Länge können sie gerne zwei- oder mehrmals gespielt werden.
Aber auch für das reine Vorlesen kann die Musik anregend und bereichernd
wirken.