Alfred Baur
DAS GOLDENE BEIL - DAS GROßE UND DAS KLEINE VEILCHEN
Zwei Theaterstücke für Kinder
Aus dem Vorwort von Dr. Alfred Baur:
Liebe Kinder, lieber Regisseur!
Diese kleinen Theaterstücke habe ich vor etlichen Jahren für eine bestimmte
Gelegenheit geschrieben. Zusammen mit anderen Logopäden und Pädagogen hatte
ich jeden Sommer eine große Anzahl von Schulkindern zu betreuen, die unter
Sprachstörungen litten und dafür in einem Kinderheim in der Nähe von Linz
untergebracht waren.
Nach drei Wochen intensiver Behandlung wurden Spiele aufgeführt. Wir hatten
keine besonderen Kostüme. Bunte Tücher und wenig Requisiten genügten uns, um
die Phantasie zu beflügeln.
Es war unbedingt notwendig, daß die Szenen rhythmisch gesprochen wurden,
schon einmal denjenigen zuliebe, die an Stottern litten. Schließlich aber fehlt heute
den meisten Menschen das rhythmische Element, nicht nur den sprachgestörten
Kindern.
Wer es unternimmt, diese Stücke zu spielen, wird bemerken , daß der Rhythmus
sich dem Geschehen der Handlung anpaßt. Die Wasserwesen sprechen z.B. im
Amphibrachus, der ihrem Element gemäß, mit beiden Armen um eine Mitte
schwingt.
Ich kann Euch gestehen, die Spiele haben nicht nur den Kindern, auch mir selbst
große Freude bereitet, obwohl es nicht immer leicht war, alle die Hindernisse zu
überwinden, z.B. daß die Kinder laut und deutlich sprechen, nicht wie steife Stöcke
auf der Bühne stehen und daß diejenigen, die gerade nichts zu sagen haben, mit
Mimik und Gestik mitspielen.
Man kann die Stücke mit sehr vielen und mit wenigen spielen. Bäume kann man
zahlreich einsetzen, wenn man ihrer bedarf.
Die Fabel für »Das goldene Beil« verdanke ich einer Legende von Leo Tolstoi und
»Das große und das kleine Veilchen« einem Märchen, das Rudolf Steiner Kindern der
Waldorfschule erzählte.