Christian Maurer
DER NIBLUNGE NOT
Die Sigurd-Lieder der Edda zum Sprechen und Spielen im Stabreim
| EAN: 978-3-931370-24-4
| ISBN: 3-931370-24-0
| 52 S.
| 205x280 mm
| 9.20 €
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Stichworte:
Aliteration, Stabreim, Stabreim-sprechen, Nibelunge,Edda, germanische Mythen, germanische Götter, Sigurd, Siegfried, Walküren, Klassenspiel, Musik, Erziehung, Paedagogik, Spiel, Schule, Sprache, Spracherziehung, Sprachpflege, Sprachgestaltung, Sprachthera
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Aus der Rezension von F. Halberschmidt in der
Erziehungskunst, Jan. 97:
Die Heldenlieder der Edda, in denen sich das Götterschicksal spiegelt und deren bedeutendste Gestalt Sigurd ist, sind uns nicht in einer einheitlichen dichterischen Form überliefert. Es handelt sich offensichtlich um Fragmente, deren verlorengegangene Teile durch erzählende Prosa ersetzt werden.
Christian Maurer hat sich nun zur Aufgabe gemacht, die Prosateile in Versform umzugestalten, was ihm in überzeugender Weise gelungen ist. Im übrigen übernimmt er die meisterhaften Übertragungen von Felix Genzmer und stellenweise auch diejenigen von Karl Simrock. Seine eigenen Verse fügen sich in diesen Zusammenhang geradezu bruchlos ein, so daß eine einheitliche dichterische Gestalt entstanden ist. Bei der Auswahl der übernommenen Texte hat sich Maurer ganz von dem klanglichen Eindruck bestimmen lassen. Aus diesem Grunde hat er wohl die erste Fassung der Genzmerschen Übersetzung zugrundegelegt, hier und da leicht korrigierend eingegriffen oder den Text von Simrock übernommen. Der Anteil der einzelnen Autoren ist im Druck nicht gekennzeichnet. Es kam Chr. Maurer, der seit vielen Jahren an der Berliner Rudolf-Steiner-Schule als Sprachgestalter tätig ist, nicht auf eine philologisch exakte, sondern ausschließlich auf eine praktische Edition für schulische Zwecke an. Ein beträchtlicher Teil des Werkes ist direkt in der Praxis, das heißt in der Arbeit mit den betreffenden Klassenlehrern und Schülern entstanden und erprobt. @PP
Die speziell gestalterische Leistung Chr. Maurers zeugt von einem feinen künstlerischen Empfinden und echten Verständnis für die Eigentümlichkeiten des Stabreims, für seine Dramatik und Dynamik, die durch die unregelmäßige Stellung der akzenttragenden Silben entsteht.
Auf eine Besonderheit der Einrichtung ist noch hinzuweisen, und auch in dieser Hinsicht zeigt sich Chr. Maurer wieder als Praktiker und Pädagoge. Die Heldenlieder weisen sehr häufig die Dialogform auf, und insofern bietet sich eine szenische Realisierung an. Maurer ist nun so vorgegangen, daß er in Erweiterung des Dialogs als ein neues Instrument den Chor als erzählendes Organ einfügt. So sind regelrechte kleine Spiele entstanden, die einzelnen Schülern sowie der Gesamtheit der Klasse die Möglichkeit zur Mitwirkung geben. Zur szenischen Realisierung gibt Maurer außerdem wertvolle Anregungen.
Die Verse sind drucktechnisch so eingerichtet, daß die germanische Langzeile, die aus Anvers und Abvers besteht, in ihrer Zweiteilung deutlich erkennbar ist; die Alliterationen sind durch fette Buchstaben gekennzeichnet: eine wichtige Hilfe für hierin nicht so erfahrene Lehrer.
Aus dem Vorwort von Christian Maurer:
»Der Niblunge Not«, nach den Sigurdliedern der Edda, ist seit der Veröffentlichung 1996 schon mehrmals in den Waldorf-Schulen des Berliner Raumes und auch anderenorts aufgeführt worden. So war es mir möglich, die Textgestalt immer wieder zu prüfen und dem Sprechvermögen der Kinder noch mehr anzupassen.
Weiterhin versuchte ich, längere Chorerzählungen im Stabreim durch kleine Wechselreden im dramatischen Ton der Edda-Lieder aufzulockern. Das Spiel wird so abwechslungsreicher, und es entstanden zusätzlich mehrere kleine Einzelrollen. Diese Erweiterungen danke ich der Arbeit der Lehrer mit den Kindern am Stabreim. Es ist aber mein Anliegen geblieben, nicht ein eigenständiges Nibelungenspiel zu schreiben, sondern die Bruchstücke der drei Sigurd-Lieder in der Älteren Edda für die Stabreim-Arbeit mit den Kindern fruchtbar zu machen und für die Schulbühne einzurichten.
Wesentlich detaillierter ausgeführt wurden die spielerischen Anregungen, um Mißverständnissen bei der Einstudierung entgegenzuwirken und dem Lehrer die szenische Einrichtung so leicht wie möglich zu machen. Wer mit den Hinweisen arbeitet, wird sie so oder auch anders umsetzen können. Denn jedes Spiel ist neu und eine "Uraufführung", aus der wieder Neues gelernt werden kann.
Aus dem 1. Vorwort zur Niblunge Not
Anregungen für das richtige Sprechen der Stabreime
Übungen zur Vorbereitung des Stabreimsprechens mit den Kindern
Beispiele für die Stabreim-Sprachbewegung in verschiedenen Versformen
Der Sigurd-Mythos