Arnold Tirzits
BACH, DAS WOHLTEMPERIERTE KLAVIER, BUCH 2, NR. I-VIII
Atem und Gebärdensprache Bachs werden in dieser Aufnahme lebendig.
Bach lebte und erlebte sein musikalisches Schaffen räumlich in den (akkustisch lebendigen) Sälen und Kirchen Mitteleuropas. Die Werke scheinen haufig von der Orgel inspiriert zu sein.
Arnold Tirzits' Vision ist es, das Raumgefühl, mit dem Bach vertraut war, in seiner Musik lebendig darzustellen. Seine Liebe zum majestätischen und sinnlich- emotionalen Stil der Barockperiode bestimmt Tempo und Stimmung seiner Interpretationen.
Arnold Tirzits, am 4. Sept. 1955 in Ontario, Canada, geboren, wuchs im Norden der kanadischen Provinz Manitoba auf. Nach Beendigung des Musikstudiums (Klavier
bei M. Parsons-Poole und Orgel) auf dem Royal Conservatory of Music der Universität
von Toronto, konzertierte er in Nordamerika und der Karibik, bis er eine
Dozentur für Klavier an der Hochschule für Kirchenmusik in Berlin annahm.
Nach alter Tradition bergen die Tonarten spezifische Charaktere, zum Beispiel die ins Licht empor-steigende C-dur oder die willenshafte erdenschwere c-moll. Die Praeludien scheinen verschiedene Seelenfarben darzustellen, die Fugen mehr eine kosmisch-geistige Ordnung. Wie Seele and Geist sich ins irdische Leben in all seiner Vielfalt hineinfinden, kann in den zwölf Tonarten der Praeludien und Fugen erlebt werden. Das zur Kunst entwickelte Hinhören sucht nach dem, was zwischen den Tönen schwingt. Aus den trockenen Notenpünktchen wurde so die Gebärdensprache in Bachs Klavierwerken lebendig.
Nach 20 Jahren Dozenten- und Konzerttätigkeit in Europa erlitt er einen schweren Autounfall. Danach entschloss er sich, anstelle einer Konzerttätigkeit seine musikalischen Vorstellungen von der Musik Bachs auf Tonträger aufzunehmen.