Till von Grotthuss
KEINE ZEIT FüR MOMO
Schauspiel, Weiterentwicklung der Momo-Figur, Unterdrückung und Bevormundung.
Aus der bezaubernden, märchenhaften Momo, die viele aus Michael Endes Roman kennen, ist eine einsame Jugendliche unserer Zeit geworden.
Momo lebt noch immer in dem Amphitheater am Rande der Stadt, aber die einstmals lebhaften Beziehungen zu Freunden und Bekannten haben sich drastisch verhärtet. In beängstigenden Träumen versucht sich die jetzt Achtzehnjährige von Unterdrückung und Bevormundung zu befreien. Im Wachzustand setzt sie ihre ganze Kraft daran, die mühsam errungene Unabhängigkeit auch gegen die Mitglieder einer neuen, alles vereinnahmenden Militärregierung aufrechtzuerhalten.
Traum und Wirklichkeit gipfeln in der Frage nach einem zeitgemäßen Menschenbild. Wie tief muss ich in das Wesen jedes einzelnen Freundes blicken, um es selbst hinter den verzerrenden Masken der Gewalt wiederzuerkennen?
«Keine Zeit für Momo» ist ein Stück für Jugendliche, die sich entschieden gegen die altbekannten, leider immer wieder aktuellen Formen von Nationalsozialismus, Rassismus und Unterdrückung artikulieren zu wollen.