Christian Maurer, Burkhard Matthes (Musik)
DAS WUNDER ZU AULIS
Hexameter-Spiel um das Iphigenien-Opfer für eine 5. Klasse
| EAN: 978-3-931370-52-7
| ISBN: 3-931370-52-6
| 22 S.
| 205x300 mm
| 7.20 €
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Stichworte:
Hexameter, Pentameter, Iphigenie, Agamemnon, Menelaos, Achill, Klytaimnestra, Intellektualität - Religiösität, Denkschulung, Blutrhythmus, Atemrhythmus, Atem-Zäsur, Klassenspiel, Griechenland, griechische Mythologie, Schauspiel, Theater, 5.Klasse
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In der Mitte der Kindheit, angekommen in der 5.Klasse, haben unsere Kinder mit der Entfaltung der Gedankenkräfte eine erste Verselbständigung erreicht. Nun müssen sie, wie einst die Griechen, sich befreien aus liebgewordenem Behütetsein in der Gruppenseele. Sie sind dem abenteuerlichen Zug gen Troja urverwandt, ja, sie sind selbst kleine Griechen geworden.
Eine anrührende Episode auf dem Weg nach Troja ist das Opfer der Iphigenie, das die Fahrt übers Meer mit dem Wohlwollen der Götter erst möglich machte. - Handgreiflich aufgefaßt wird das Opfer der Tochter des Völkerfürsten zur Frage, wenn es an die Kinder herangetragen werden soll. Die Entschlüsselung dieses mythologischen Bildes durch R. Steiner (R.Steiner: Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen, 1. Vortrag, München 1911) war wegweisend für die Gestaltung des vorliegenden Spieles:
Heute fühlen es die Menschen im weiteren Umkreise nicht mehr, daß diese Kultur, die ein Wissen erzeugt, das ebenso benutzt werden soll, die Geheimnisse des Daseins philosophisch zu ergründen, wie es auf der anderen Seite Kanonen baut durch die Kenntnisse der Naturgesetze, daß in einem tieferen Sinn diese Art der Geisteskultur Opfer fordert ... So klingt uns eine wundersame Antwort auf die Frage, die uns aus den Iphigenien-Opfern gestellt wird. Wenn es nur jene äußere Kultur geben würde, welche zurückgeführt werden kann im wahren Sinn des alten Griechen auf die Namen Agamemnon, Menelaos, Odysseus, dann wäre die Menschheit unter dem Einflusse dieser Kultur längst in ihren Herzen, in ihren tiefsten Seelenkräften verdorrt. Nur dadurch, daß die Menschheit sich das Gefühl bewahrte, immer wieder und wieder Opfer zu bringen und herauszuschälen aus dieser allgemeinen intellektuellen Kultur jene Kultur, die man in einem tieferen, nicht oberflächlichen Sinne eine Priesterkultur nennen kann, ist diese Kultur vor dem Verdorren bewahrt geblieben ... So stellt uns Iphigenia dar die Repräsentantin des immerwährenden Opfers, welches unsere äußere Intellektualität an das tiefere religiöse Leben zu bringen hat.