Martin Fährmann-Hanek
SPIELHEFT 1
für Sopran-Blockföten, mit Klavier- und Gitarrenbegleitung (Erweiterung zu "Es weht ein blaues Band")
In der Flötenschule
Es weht ein blaues Band wurde mit dem Schüler ein Weg beschritten, der ihn von der Melismatik zur Artikulation begleiten sollte, um ihn zu befähigen, seinen Atem mehr loszulassen und singend flöten zu können. Auch die Anleitungen zur Improvisation sollten ihm helfen, in der Musik ganz
in den Fluß zu kommen; damit wurde neben dem musikalischen auch ein therapeutischer Aspekt berührt.
In dem vorliegenden Spielheft sollen nun die Bereiche Ausfeilung der Artikulation, Verfeinerung
des Rhythmusgefühls und die Fingerbeweglichkeit stärker herausgearbeitet werden. Die Artikulation soll aus der Sache heraus angeregt werden, also aus den Stücken selbst. Dazu dienen, denke ich, Bela Bartoks Kinderstücke - umgeschrieben für Blockflöten - in besonderer Weise. Neben diesen ausgesprochen rhythmischen Stücken gibt es auch reichlich Lieder und Instrumentalstücke mit sehr melodischem Charakter, die an die Arbeit mit dem Blauen Band - der singenden Flötenweise - anschließen. In besonderer Weise wird das Zuhören im Zusammenspiel geübt durch den gezielten Einsatz von Pausen, in denen der Schüler innerlich rege und anwesend bleiben muß, um zur rechten Zeit wieder einzusetzen. Harmonien werden in einigen Stücken erst nacheinander terrassenförmig aufgebaut, wodurch der Schüler zum bewußten Hören gelangen soll. Die Vielfalt in der Stückauswahl gibt die Möglichkeit, den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten. Einige Stücke erfordern eine wesentlich höhere Fingerbeweglichkeit als in der Flötenschule; es gibt jedoch genügend vorbereitende, leichtere Stücke, die man zuerst behandeln sollte.
In der Musik-Werkstatt werden verschiedene Anregungen gegeben, spielerisch und doch systematisch mit Improvisation umzugehen. Die Gespräche erfordern einen ruhigen Atem, Geduld und ein flexibles Reagieren beim Zusammenspiel. Die Pferde-Geschichten laden ein, auf einen ostinaten Rhythmus aufzuspringen.