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Erstes Flötenliedchen

Lothar Brandes

Hinweise zur Gestaltung einiger Lieder


Stichwörter:
Atem, Blasen, Singen

Die Melodien sind schlicht und atemgemäß komponiert.

Beim Blasen oder Singen sinnvoll, d.h. textentsprechend, Luft holen, niemals mitten in einem Wort(!), sondern dort, wo ein Satzzeichen oder ein »und« stehen könnte und selbstverständlich in den Pausen.

Den Luftholvorgang in aller Ruhe bis in die tiefgelegene Bauchmuskulatur geschehen lassen. Der Musiker sagt dazu:" Man muß sich für das Luftholen Zeit lassen", was natürlich nicht bedeuten soll, daß man etwa mit seinem Einsatz »zu spät« kommt.

So erfährt man dabei allmählich den Unterschied zwischen einer falschen Hoch-viel- und der richtigen, heilsamen Tief-wenig-Atmung. Dann kommt in Melodie und Spiel deutlich mehr Ruhe hinein. Das Ausblasen erscheint wie eine notwendige, entspannende Folgeerscheinung des Einatmens. Der Ton klingt frei. Spieler und Hörer erleben dabei, wie man psychisch aufatmen kann, wenn man frei auszuatmen vermag, womit der Ausgangspunkt alles heilsamen Blasmusizierens erreicht worden ist.

Schwierig ist das Luftholen in den Liedern, die wenig oder keine Pausen haben. Da kommt es darauf an, daß man (anfangs mit Hilfe des Textes, später durch das Hineinhorchen in die Melodie) genau die richtige Stelle herausfindet. Später kann man auch vier Takte zu einem Atembogen zusammenfassen, um die Atemkraft allmählich zu stärken.

Alle Lieder, außer »Eine kleine Meisenmutter«, »Fingerhut«, »Herbstlied 1«, »Das Mäusehaus«, »Nikolaus, du guter Mann«,»Sommerkanon« und »Regenbogenlied« kann man frei improvisierend auf pentatonisch eingerichteten Schlaginstrumenten (Klangstäbe, Xylophone ect.) begleiten. Pentatonisch eingerichtet heißt: Grundtöne (C) und Quarten (F) aus dem Spiel nehmen; es bleiben die Töne DEGAH, bzw. GAHDE übrig, eben die pentatonische Grundskala. Wenn diese Begleitung (so gut wie möglich) im genauen Takt erfolgt, wird das anfänglich befremdlich klingende Zusammenspiel allmählich als ein lösendes, schwebendes Klingen empfunden.

Die Lieder, die viele Pausen haben, sollten spielerisch gelehrt und gelernt werden, um sie musikalisch exakt ausführen zu können.

Zunächst ist dabei an den Einsatz von Schlaginstrumenten jeglicher Art gedacht. Stehen aber keine zur Verfügung, kann man -auch zum Kennenlernen der Melodien- singen lassen und durch (abwechselndes) Händeklatschen, Füßestampfen, Fingerschnalzen usw. die Pausen zum Klingen bringen.

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