Christian Maurer
Unterstützende Körperbewegungen für das Hexametersprechen
Stichwörter:
Hexameter, Schreiten, Handbewegungen, Armbewegungen
Die Hexameter-Zeile in ihrer fortschreitenden Bewegung und Tragekraft kann selbstverständlich auch mit den Füßen erspürt werden. In kultischen Zusammenhängen des Altertums ist sie zum Sprechgesang auch geschritten worden. Das ruhige Schreiten auf die acht Daktylen jeder Zeile - sechs hörbare Versfüße und zwei weiterführende Pausenschritte (wobei jede Atemzäsur von alleine etwa so lange wird wie ein Daktylus) - ist eine wunderbare Hörübung mit dem ganzen Körper für die sich bewegenden Kinder. Schwieriger ist es, die Längen zu schreiten und die Kürzen zu tippeln. Diese Übung sollte der Eurythmie vorbehalten bleiben.
Dagegen kann das in der Eurythmie geübte Begleiten der Längen und Kürzen durch Hand- und Armbewegungen (Taktieren) einbezogen werden, um die Wahrnehmungsfähigkeit für Längen und Kürzen in der Sprache zu schulen. (Das bloße Taktschlagen weckt zwar das metrische Bewußtsein auch - aber eben nur für den 3/4 Takt des Versmaßes, während dabei das Erleben der atmenden Längen verlorengeht.)
Der Hexameter ist in der Vorzeit dem Verhältnis von Atem und Puls in den menschlichen Leibesrhythmen abgelauscht und der Sprache eingeprägt worden. Es wird also richtig sein, ihn aus der Sprache heraus auch wieder mit dem ganzen Leib in der menschlichen Bewegung zu erleben.